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Medienmitteilung zum Verkehrsrichtplan

Mitwirkung zur Verkehrserschliessung Burgdorf-Oberburg-Hasle

SP für Mischvariante «Null+»

Der Vorstand des Regionalverbandes der SP Emmental hat im Rahmen der Mitwirkung zur Verkehrserschliessung eine differenzierte Stellungnahme abgegeben und dabei auch die Haltungen der einzelnen Sektionen berücksichtigt. Nachfolgend Auszüge aus der Stellungnahme:

Der Vorstand des Regionalverbandes SP Emmental hat sich mit den vorhandenen Unterlagen auseinandergesetzt und auch die Haltung der einzelnen SP Sektionen der Region erfragt. Zudem konnten wir die aufschlussreiche Ausstellung im Verwaltungsgebäude Buchmatt sowie die Visualisierung im Meienmoos des Komitees emmental-mobil zur Kenntnis nehmen.

Mitwirkungsverfahren ungeeignet

Zum Mitwirkungsverfahren äussern wir uns kritisch. Die Frist zur Teilnahme war – angesichts der sehr umfassenden Dokumentation und für eine konsolidierte Meinungsbildung – sehr knapp. Es wurden auch keine Mischvarianten präsentiert. Der offizielle Fragebogen scheint uns als Evaluationsinstrument nicht geeignet. Die Fragestellungen sind unklar bzw. erlauben keine differenzierten Antworten.

Vorschlag Mischvariante «Null+»

Die Verkehrssituation zwischen Burgdorf und Hasle ist zu den Stosszeiten unbefriedigend. Die SP Emmental anerkennt deshalb klar den Handlungsbedarf. Beide vorgeschlagenen Varianten haben Vorteile und führen unserer Einschätzung nach zu einer Verbesserung. Wir sprechen uns für eine Mischvariante aus: «Null+» für Burgdorf und Umfahrungen für Oberburg und Hasle. Folgende Überlegungen leiteten uns: Vor allem in Burgdorf ist der Binnenverkehr – also die hausgemachte Verkehrsbelastung – sehr hoch. Eine Umfahrung bringt nur wenig Verbesserung für die Stadt. Bei der Variante «Null+» würde die Stadt Burgdorf von den Bahnunterführungen und von Massnahmen zu Gunsten des Busverkehrs massiv profitieren. Beides wäre schon lange ein Muss, unabhängig von der anstehenden Gesamtsanierung.

Fehlplanung Meienmoos

Das Dammprojekt im Meienmoos ist eine absolute Fehlplanung. Der Kulturlandverlust, die Zerstörung des Naherholungsgebietes für die Bevölkerung, die Gefährdung des Hochmoors sowie die Lärmemissionen sind nicht akzeptierbar. Wir gehen davon aus, dass eine Umfahrung zusätzlichen Schwerverkehr ab der Autobahn A1 durchs Emmental Richtung Entlebuch/Luzern zur Folge hätte.

Finanzierung fraglich

Die Kosten des Gesamtprojektes übersteigen auch mit den erhofften Bundesbeiträgen die finanziellen Möglichkeiten des Kantons. Wir wehren uns dagegen, dass aufgrund eines überdimensionierten Verkehrsprojektes in anderen Bereichen wie Bildung, Soziales, Gesundheit gespart werden muss.

Abschliessendist zu sagen, dass wir den Optimismus betreffend Bundesmittel nicht ganz teilen. Wir bezweifeln, dass mit den vorliegenden Projekten ein genügend grosser Nutzen ausgewiesen werden kann, um den Kriterien des Bundes zu entsprechen.

Nein zum Autobahnzubringer Emmental

Der Vorstand der SP Langnau hat eine Stellungnahme verabschiedet. Sie wurde mit folgendem Wortlaut der regionalen Presse und dem SP Regionalverband zugestellt:

Nein zum Autobahnzubringer Emmental

National- und Ständerat lehnen die Aufnahme der Autobahnzubringer im Emmental und Oberaargau ins nationale Autobahnnetz ab. Damit sind die Projekte jedoch nicht vom Tisch. Der Grosse Rat stimmte bekanntlich einem Kredit zur Erarbeitung eines Vorprojekts zu, um sie dennoch zu realisieren. Allein der Zubringer ins Emmental würde mit seinen drei Tunnels 370 Millionen Franken kosten. Das ist ür den Kanton Bern aber auf Jahre hinaus nicht finanzierbar, das Vorgehen muss darum als eine reine Zwängerei bezeichnet werden. Für unsere Region würde man mit der neuen Strasse aus unserer Sicht wesentlich mehr Nachteile als Vorteile einhandeln:

  • Jede neue Strasse verursacht Mehrverkehr. Die Disponenten des Strassentransport-Gewerbes hätten bald herausgefunden, dass der Weg von Kirchberg durchs Emmental ins Berner Oberland zeitlich und streckenmässig kostengünstiger ist als über die Autobahn via Bern nach Thun. Dieser neue Transitverkehr wird mit seinen Emissionen die Bevölkerung belasten, und es ist daher zu befürchten, dass zum Beispiel die Bevölkerung des Bigenthals mittelfristig ebenfalls kostspielige Umfahrungswünsche anmelden wird.
  • Eine Zunahme des Lastwagenverkehrs ist auch Richtung Langnau zu erwarten. Schon heute wählen viele Chauffeure von 40-Tonnen-Lastwagen ab Zollbrück den Weg über Obermatt-Hüselmatte, um beim Ilfis-Kreisel die Achse Bern-Luzern zu erreichen.
  • Umgekehrt schafft die neue Strasse Anreize zur Förderung des ungesunden Einkaufstourismus aus dem oberen Emmental zu den Einkaufszentren an der Autobahn. Das ist nicht erwünscht, denn er bedeutet eine Schwächung der Standorte im oberen Emmental und verwandelt dadurch «die Zufahrt Emmental» in eine «Wegfahrt Emmental.»

Die emmentalische Tiefbaulobby argumentiert seit Jahren, dieses Projekt sei für den Wirtschaftsstandort Emmental unerlässlich. Wir bestreiten diese Auffassung. Wegen des Durchgangverkehrs in Oberburg und Burgdorf mit seinen Problemen muss aber über punktuelle Verbesserungen diskutiert werden.

Somit lehnt die sozialdemokratische Partei Langnau den Bau des horrend teuren Autobahnzubringers Emmental ab.